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  1. Bettgeschichten No. 7 Von Stefanie von Wietersheim

     

    Kinderleicht und doch so schwer: Die besten Einschlafrituale

    Himmel oder Hölle: Haben Sie sich gestern Abend in Ihrem Bett verzweifelt hin und her gewälzt – oder sind Sie sofort selig eingeschlafen? Gehören Sie zu den glücklichen Zeitgenossen, die sich am Ende eines langen Tages lustvoll in die Kissen fallen lassen oder kämpfen Sie immer wieder mit dem psychischen und körperlichen Runterkommen?

                                                                                                                                   

    Für immer mehr Menschen in den westlichen Industrieländern ist das Einschlafen purer Stress. Manchmal sogar ein Grund zum Heulen. Denn das Gefühl, für Job und Freunde über Tablet und Handy sogar im intimen Bett-Kokon erreichbar sein zu müssen, stört bei vielen das abendliche Abschalten. Um 22 Uhr noch schnell ein paar Mails getippt, ein Youtube-Video angesehen, über WhatsApp-Kommentare nachgedacht: Das ist für das Einschlafen so sinnvoll wie Heavy Metal-Musik bei der Atemmeditation. Obwohl wir wissen, dass das Umschalten des Gehirns auf Schlafmodus und das Runterfahrens des Stoffwechsels auf Ruhe lebenswichtig ist, befeuern wir den Kopf mit Reizen an einem Ort, der der Stille gewidmet sein sollte. Dabei trinken wir als Beruhigung gerne das zweite Glas Rotwein. Natürlich auch grundfalsch.

     Die gute Nachricht ist aber, das man das abendliche Runterkommen immer wieder neu lernen und trainieren kann. Jede Lebensphase hat ihre typischen Einschlafprobleme: das beginnt im Babyalter, wenn der Takt von Tag und Nacht -  der sogenannte zirkadiane Rhythmus - bei den frischen Erdbewohnern noch nicht gut geregelt ist. Nach einigen Wochen mit nachts gerne putzmunteren Kindern beginnen nicht wenige Eltern Schlafprobleme und vielfältige Stresssymptome zu entwickeln. Abgesehen von jungen Eltern, in deren Häusern Schlafmangel Thema Nummer eins ist, sind nach internationalen Studien mindestens 10 Prozent der in westlichen Industrieländern lebenden Menschen von Einschlaf- und Durchschlafstörungen betroffen. Lang anhaltender Schlafmangel gilt als extremer Killer von Lebensqualität und kann neben reiner Müdigkeit zu Konzentrationsmangel, Reizbarkeit, Fressattacken, Depressionen und Bluthochdruck führen. Viele Autounfälle entstehen in den frühen Morgenstunden, da übermüdete Fahrer keine verlässlichen Reaktionsmuster mehr zeigen. Nicht umsonst gilt bewusster Schlafentzug in Gefängnissen als Folter.

    Besonders schlecht schlafen zunehmend Frauen im mittleren Lebensalter, sie nehmen auch mehr Schlafmedikamente als Männer. In  einer schwedischen Studie wurde nachgewiesen, dass 20 Prozent der Frauen von 38 Jahren über Schlafprobleme klagte, bis zum 85. Lebensjahr stieg dieser Anteil sogar auf 45 bis 50 Prozent an. Frauen haben nicht nur generell eine längere Einschlafphase, sondern sind durch hormonelle Veränderungen in der Menopause besonders von Schlaflöchern betroffen. Mit zunehmendem Alter kommen sowohl bei Männer als auch bei Frauen Probleme wegen Schmerzen und Behinderungen hinzu.

     Doch schlechter Schlaf ist kein unabwendbares Schicksal. Und für das gute Einschlafen kann man einiges tun. Auf den Punkt gebracht: Auch Erwachsene können wie Kinder am besten einschlafen, wenn sie sich wohl und sicher fühlen.

     


    Schlafexperten raten zu folgenden Regeln

    •  bequemes Bett
    • dunkler und ruhiger Raum
    • Raumtemperatur eher kühl als warm
    • gut gelüftet
    • Bettwäsche aus Baumwolle

    Wichtig dazu: Man sollte drei bis vier Stunden vor dem Einschlafen keine koffeinhaltigen Getränke oder Medikamente, die Koffein enthalten, zu sich nehmen. Alkohol setzt zwar dieHirnaktivität herab und kann zu leichterem Einschlafen führen, der Preis ist jedoch schlechteres Durchschlafen und Früherwachen. Regelmäßiger Sport fördert den Schlaf, kann aber bei eher ungeübten Menschen - oder wenn er ganz kurz vor der Bettruhe ausgeübt wird - zu Einschlafschwierigkeiten führen. Auf der anderen Seite ist permanenter Bewegungsmangel auchein Schlafkiller, da der Körper dann unausgelastet ist und nicht nach seliger Erholung lechzt. Also wie auf vielen Gebieten: das persönliche Gleichgewicht finden!

    Wenn es trotz all dieser Verhaltenstipps partout nicht mit dem Einschlafen klappen will: Stehen Sie lieber auf, bleiben Sie nicht grübelnd liegen und überlegen, warum Sie - verdammt noch mal! - nicht einschlafen können. Sonst wird das Schlafzimmer vom Gehirn langfristig mit Schlaflosigkeit assoziiert.

      Gute Einschlafrituale
    • Arbeiten nur außerhalb des Bettes, gerade in Zeiten von Laptop, Tablet und Handy
    • Gehen Sie erst ins Bett, wenn Sie müde oder schläfrig sind
    • Sehen Sie beim Einschlafen nicht ständig auf die Uhr, das erhöht den Druck
    • Achten Sie auf feste Aufwachzeiten
    • Mittagsschlaf lieber vermeiden
    • Das Bett ist kein Ort für Streit!
    • Bei permanentem Stresslevel und Problemen: Gesprächstherapie aufsuchen
    • Bei anhaltenden Einschlafproblemen: Entspannungsübungen wie Meditation, Biofeedback oder auch Hypnose erlernen. Regelmäßig!

    Und übrigens, hier ist das perfekte Buch zum Entspannen vor dem Einschlafen – unterhaltsam erzählt, von einem, der es wirklich wissen muss: „Über guten und schlechten Schlaf“ von Professor Ingo Fietze. Er ist Oberarzt für Innere Medizin und leitet an der Berliner Charité das Interdisziplinäre Schlafmedizinische Zentrum. Gut schreiben kann er auch.

    Ganz wichtig: wer länger unter Einschlafproblemen leidet, sollte unbedingt ärztlichen Rat einholen. Einen guten Überblick über verschiedene Behandlungsmethoden diverser Schlafprobleme gibt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): www.dgsm.de

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  2. Blogeintrag von mint und meer

    DESIGNGRÜSSE AUS FRANKFURT!

    Vor zwei Wochen hat es mich in den südlicheren Teil Deutschlands verschlagen - genauer gesagt: Nach Frankfurt. Oder, wie man auch sagen könnte, nach Mainhattan. Der einzigen Stadt in Deutschland mit Wolkenkratzern. Grund dafür war eine Einladung des Radisson Blu, das zusammen mit dem Magazin WohnIdee etwas zu feiern hatte: die Einweihung von zwei nagelnagelneuen Designsuiten im Frankfurter Hotel von Radisson Blu. Jippie!

    Ich habe mich also von Kiel aus auf die Socken gemacht. Schlau, wie ich eben bin, habe ich mir extra den einen Zug herausgepickt, bei dem ich nicht umsteigen muss. Von Kiel aus fährt man nämlich ganze fünf Stunden. Eben dieser Zug kam dann allerdings erst nach Mitternacht in Frankfurt an und ein netter Taxifahrer, der mir im Herumfahren auch gleich noch eine kleine Stadtrundfahrt verpasste, brachte mich übermüdetes Etwas ins Hotel. Auf dem Weg dorthin ließen sich in der Dunkelheit schon die Hochhäuser erahnen und ich war schon etwas aufgeregt, wie das wohl bei Tag aussehen würde. In meinem Zimmer im 10. Stock bin ich aber trotzdem erstmal ins Bett geplumpst und habe geschlafen, wie ein Stein.

    Am nächsten Morgen habe ich dann sofort die Gardinen aufgerissen und den Ausblick bei einem Kaffee (jedes Hotel sollte eine Kaffeemaschine auf dem Zimmer haben!) genossen. Die Sonne schien genau auf mein Bett und ich habe mich gefühlt, als wäre ich in New York erwacht.
    Auf Anraten einer Freundin habe ich mich dann dann aufgemacht zum Pool - der liegt nämlich im 18. Stock des Hotels und man hat einen unglaublichen Blick über die ganze Stadt. Außer mir war am Sonntagmorgen natürlich niemand dort und ich konnte den Moment voll und ganz genießen und ein paar Bahnen ziehen, bevor mich der Hunger langsam gen Frühstück trieb.
    Um 13:00 war es dann soweit: es ging in die erste der zwei neu gestalteten Suiten des Radisson Blu. Bei Fingerfood und Kaffee gab es dort so einiges zu bestaunen. Die "Modern Serenty" Suite ist eher in weiblicheren, pastellen Farben gestaltet - wohingegen die "Classic Monochrome" Suite hingegen in einem dunklen, maskulinen Design gehalten.
    Ich fand es vor allem faszinierend, dass beide Suiten trotz eines identischen Grundrisses, völlig unterschiedlich aussahen und auch größentechnisch ganz anders wirkten. Während die "Modern Serenity" Suite sehr weitläufig und luftig gestaltet ist, hat die "Classic Monochrome" Suite eher den Touch einer kompakten, maskulinen Kuschelhöhle. Beides sehr stilvoll - wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich aber glaube ich die "Modern Serenety" Suite nehmen. Allein schon, weil ich mich Hals über Kopf in das Sofa von Machalke verliebt habe.

    Dennoch haben beide Suiten etwas gemeinsam: Sie sind voll mit einem frischen Mix aus Designklassikern, wie Lampen von Louis Paulsen, den Hoptimisten oder Accessoires von Kay Bojesen, und modernem Design - zum Beispiel von Montana Furniture und Konstantin Slawinski. Und noch etwas haben beide Suiten gemeinsam: sie wurden ausgestattet mit Betten aus dem Hause Schramm. Wer Schramm nicht kennt: das sind die Macher von Matratzen, die sich anfühlen, als würde man auf Wolken liegen (ich übertreibe an dieser Stelle nicht!). Vorausgesetzt, dass ich nicht irgendwann einmal im Lotto gewinne, werde ich von so einem Bett aber erstmal nur träumen können. Denn bei Schramm wird seit drei Generationen alles von Hand gemacht - vom Federkern bis hin zum Bettkasten - und gefertigt wird ausschließlich im kleinen Dorf Winnweiler, etwa eine Autostunde von Frankfurt entfernt.

    Dorthin haben wir am letzten Tag in Frankfurt noch einen Abstecher gemacht. Dort hat uns die Chefin persönlich durch die Produktion geführt und uns gezeigt, was diese Betten so besonders macht. Ich fasse zusammen: viel Liebe zum Detail, keine giftigen Klebstoffe und sehr, sehr viele Arbeitsstunden.
    Im Showroom durften wir uns dann erstmal in die Betten werfen und herumkuscheln. Ich hatte es ja vorher nicht für möglich gehalten, dass ich einen großen Unterschied merken würde, aber tatsächlich: diese Matratzen sind schon eine Klasse für sich. Es liegt sich ein bisschen wie auf Wolken. Nachdem wir uns dann wieder aufgerafft hatten (was wirklich nicht leicht war!) ging es noch in die Bettenausstellung. Besonders gut hat mir dort das Bett "Someday" aus der "Pure Beds" Kollektion. Es ist nach einem Entwurf der jungen Designerin Hanne Willmann gefertigt und mir gefällt das Schlichte in Kombination mit den herausstehenden Holzdetails sehr, sehr gut.
    ... ach someday, liebes "Someday". Du würdest dich hier gut machen. Finde ich. Aber nun gut. Nach der Besichtigung bei Schramm ging es dann auch schon wieder zum Bahnhof. Destination: Kiel! Und dort bin ich dann nach weiteren fünf Stunden Fahrt wieder in mein eigenes Bett geplumpst und habe festgestellt: wenn man so richtig müde ist, dann ist auch egal woher das Bett kommt.

    Lernen Sie die liebe Johanna kennen

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  3. Bettgeschichten No. 6


    Gesund in den neuen Tag

    Von Stefanie von Wietersheim


    Dreifaches Spiegelei mit Parmaschinken oder Chia-Müsli im Designerglas? Grüner Tee oder Vanilla Latte mit extra Crunch? Was haben Sie heute gefrühstückt? Und wo? Am schön gedeckten Frühstückstisch mit Eierbechern, die zu den Servietten passen? Oder nur einen Coffee-to-go im Auto? 

    Ob wir morgens Udon-Nudeln in Algensuppe, Schafskäse mit Oliven, Schokoladencroissants oder Wurstbrötchen essen, ist stark kulturell geprägt: Wer einmal in einem Luxushotel die weltumspannende Palette von Full English breakfast, Croissants, Tofu-Suppen, Fisch in Bananenblättern und amerikanischen Pancakes nebeneinander gesehen hat, weiß, wie unterschiedlich die Kontinente frühstücken. Dazu gibt es Ernährungskonzepte wie die „Fit-for-Life“-Trennkost, die bis Mittag nur frisches Obst erlauben, andere hingegen setzen mit „High Protein Porridge“ gleich morgens um 7 Uhr auf viel Eiweiß. Wie sollen wir aber nun wirklich am besten nach der nächtlichen Bettruhe den Tag beginnen?

     Frühstücken wie ein Kaiser

    Die renommierte deutsche Ernährungsexpertin und Kochbuchautorin Dagmar von Cramm sagt: „Das alte Sprichwort vom „Frühstücken wie ein Kaiser“ ist mit Vorsicht zu genießen, denn es stammt aus Zeiten des Mangels – und wir leben in Zeiten des Überflusses! Es gibt Studien, die belegen, dass die meisten Menschen, wenn sie morgens viel essen, im Laufe des Tages dann nicht weniger zu sich nehmen, sondern sie hauen auch bei den nächsten Mahlzeiten richtig rein. Das ist keine gute Idee bei hoch kalorischen Nahrungsmitteln und einem Überangebot auf den Tischen. Ein Kaiserfrühstück sollte heute so aussehen, dass man besonders hochwertig und luxuriös isst.“ Cramm rät vom täglichen deutschen Frühstück mit Weißmehlbrötchen und Industriemarmelade ab, sondern empfiehlt warmen Getreidebrei wie Porridge oder am Vorabend eingeweichtes Birchermüsli mit Getreideflocken, Nüssen und Obst, das gerade als overnight oats stark im Trend liegt. Auch Smoothies, möglichst mit mehr Gemüse als Obst, sind ein guter Start in den Tag. „Selbstgemachte Smoothies sind ideal, aber Industrieware aus dem Kühlregal, die nach dem High-Pressure-Verfahren hergestellt und nicht pasteurisiert sind, gehen auch. Hauptsache nicht zu viel Obstanteil, lieber Gemüse“, rät sie.Ob gesunde Gemüsedrinks oder fettige Hörnchen: Fast jeder zehnte Deutsche lässt das Frühstück ganz weg, das ergab eine You-Gov-Studie aus dem Jahr 2015. Die Hälfte der Deutschen liebt demnach den guten alten Kaffee zum Start in den Tag, ein Drittel der Befragten stellt Brot, Brötchen, Käse, Wurst und Marmelade auf den Tisch. Doch zwischen den Generationen gibt es große Unterschiede: Bei der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen sind Müsli und Tee viel beliebter als bei den Älteren, andere Fitnessideale und die Detoxwelle prägen eben auch das Frühstück.

    Maßgeschneidertes Frühstück

    Ernährungsfachfrau Dagmar von Cramm unterstützt diesen Trend: „Gleich nach dem Aufstehen können wir wunderbar Punkte für die Gesundheit sammeln, denn oft ernähren wir uns im Berufsalltag mit dem, was gerade kommt und essen am Abend unbedacht als Gemütlichkeitsritual und zur Entspannung. Dabei  greifen wir mehr zu als gut ist, gerade beim typisch deutschen Abendessen, bei dem Brot und Aufschnitt lange auf dem Tisch stehen.“ Sie empfiehlt, das Frühstück bewusst auf den bevorstehenden Tag zuzuschneiden: „Wenn Sie lange durchhalten müssen, geben Sie mehr Nüsse, Saaten und Kerne an das Müsli. Das kann zum Beispiel eine Basis aus Hafer, Amaranth und Quinoa-Pops haben. Wenn man schnell wach werden will, erhöht man den Obstanteil im Müsli, der wird schneller verdaut und man fühlt sich fit. Am Wochenende ist dann ein Brunch, bei dem Frühstück und Mittagessen ineinander übergehen, ein entspannter Genuss. Dabei sind Vollkornbötchen und auch gerne Vollkorntoast eine gute Wahl.“ Tees sieht sie wie Kaffee als grundsätzlich gesundheitsfördernde Pflanzenaufgüsse, die eine Vielzahl antioxidantischer Inhaltsstoffe lösen. „Honig im Tee ist in Maßen ok, aber Zucker sollte man sich lieber abgewöhnen“, rät sie. „Milch im Café gibt gerade bei Menschen, die morgens nicht gerne essen, ein gewisses Sättigungsgefühl und kann magenschonend wirken.“

     Auszeit für die Seele

    Die einen lieben es, die anderen hassen es: Ein Frühstück im Bett. Für die Liebhaber dieses Morgenrituals hat es immer den Hauch des Luxus und der Selbst-Verwöhnung und lässt an alte britische Traditionen oder Luxushotels denken. Auf schön gestylten Fotos sieht ein modernes Kaiserfrühstück tatsächlich wunderbar aus, doch in der Praxis hat man häufig mit umfallenden Orangensaftgläsern, fliegenden Eiern und Gurkenscheiben auf dem Kissen zu kämpfen. Die Lösung: spezielle Bett-Tabletts mit ausklappbaren, massiven Füßen und ausreichend Platz für Tasse, Teller und Zeitung. Und für alle Fälle: übergroße weiße Leinenservietten - zu finden in Antiquitätengeschäften -, die man als Krümelschutz auf die Decke legt. Haben Sie einen schönen Tag!

     

     

    Mehr über Dagmar von Cramm finden Sie unter :      www.dagmarvoncramm.de

                                                                                                  www.facebook.com/dagmarvoncramm

      

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  4. Bettgeschichten No. 5

    Im Bett mit Churchill und Earl Grey

    Von Stefanie von Wietersheim


    "Komm her zu mir, komm ins Bett, kuschel Dich unter die Decken, mit einem heißen Tee, hier kannst Du wunderbar überwintern“ - flüstert seit einer Woche der große Bücherstapel, der neben meinem hellgrauen Bett auf dem Nachttisch liegt. Neben der Schale mit den Baumkuchenspitzen, dem iPhone mit seiner Winter-Playlist und einer französischen Duftkerze. Ich höre die verführerische Tenor-Stimme des Herrn Bücherstapel schon, wenn ich morgens meine Business-Stiefel putze und eigentlich schnell zum ICE muss. Ich höre sie tagsüber im Büro nach der Mittagspause, wenn ich in einen faultierartigen Dämmer falle. Und ich höre die Stimme der Bücher - ja, im Laufe des Tages wird aus einer Flüsterstimme ein raunendes Ensemble - wenn ich abends überlege, was für ein Jamie-Oliver-würdiges Essen ich gleich servieren sollte. „Lass Deine Familie olle Käsebrote essen“, säuseln die Bücher neben meinem Bett, „komm her und lies uns!“. Na gut. Sie haben mich endlich. Ich gehe schlafwandlerisch die Treppe hoch, ziehe meinen gepunkteten Seidenschlafanzug an, schlüpfe unter die Daunendecke. Und nehme das erste Buch: „Belgravia“, den neuen Band des Downton-Abbey-Autors Julian Fellowes in die Hand.

    Was soll man auch machen, wenn es ab November schon am Nachmittag gegen halb fünf stockfinster draußen wird, der Regensturm Gesicht und Hals attackiert und man als praktizierender Fashion Lover ernsthaft überlegt, Thermounterwäsche abseits der Skipiste zu tragen? Da hilft nur das Bett als Refugium. Noch besser: Bücherlesen und Teetrinken im Bett. Die geniale Winter-Combo.

     Vor allem die Engländer sind dafür bekannt, den Early Morning Tea im Bett einzunehmen. Ihre letzte Stuart-Königin, Queen Anne (1665 bis 1714) war es angeblich, die das Teetrinken im Bett bei Hofe einführte und damit
     

      fashionable machte. Denn die Briten hatten im 17. Jahrhundert mit dem Teeimport aus China begonnen, und das Getränk war in den Anfangszeiten ein teures Privileg und Statussymbol der Upper Class. Heute trinken die Engländer rund 213 Liter pro Jahr, die Deutschen kommen nach Angaben des Deutschen Teeverbandes immerhin auf 68 Liter, Tendenz steigend; eine Ausnahme sind die Ostfriesen: sie trinken sage und schreibe 300 Liter jährlich. 

    Für viele Menschen ist das Bett, abgesehen von der Nacht, auch der Lieblingskokon für den Sonntagmorgen, die Siesta oder die nachmittägliche Teestunde. Und für Millionen Buchliebhaber ist das Bett der liebste Leseort, an dem sie sich mit ihren Helden und Heldinnen treffen.

     Denn Bücher sind vielseitige Geliebte, Seelentröster, gelesene Actionfilme, heilsame Meckerer. Sie führen uns in Abgründe, auch unsere eigenen, stellen uns auf die Probe, schärfen den Geist oder entführen in therapeutisch wohltuende Kitschwelten. Wer einmal vom Virus des Bücherlesens infiziert wurde, wird ihn sein Leben lang nicht mehr los. Die Autorin Christine Gräfin von Brühl nennt ihre Literaturleidenschaft gar „das Inhalieren von Büchern“, der äthiopische Prinz Asfa-Wossen Asserate nennt sie „Nahrung für Hoffnung“, für den Solo-Oboisten der Berliner Philharmoniker, Albrecht Meyer, sind sie eine „Zauberkapsel für die Reise in parallele Realitäten“. Und so wie es für Menschen nicht nur den Traummann, die Traumfrau gibt, so existieren auch ideale Tee-Gefährten zum Buch, mit denen man je nach Laune spielen kann.

    Meine aktuellen Lieblinge?

     „Belgravia“ von Julian Fellowes & Earl Grey. „Downton-Abbey“-Autor Julian Fellowes hat ein neues Buch geschrieben: In „Belgravia“ geht es um das Schicksal der Aufsteigerfamilie Trenchant, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in die feine englische Gesellschaft aufgenommen werden will und immer wieder an Standesgrenzen stößt – letztlich siegt jedoch die Liebe und die Macht des Geldes. Natürlich trinken die Ehefrauen und Töchter der britischen Earls am Nachmittag in den Londoner Salons ständig Tee - was würde zur Lektüre also besser passen als eine Kanne Earl Grey? Dazu ein Cucumber Sandwich, das auch fast nicht ins Bett bröselt?

     „Himmel über der Wüste“ von Paul Bowles & Grüner Tee.

    Die Sehnsucht nach Nordafrika und der Wüste trieb den amerikanischen Schriftsteller Paul Bowles lange Zeit nach Algerien, Marokko und Tunesien – auf der Suche nach Grenzerfahrungen in der Natur und der eigenen Seele. Seine autobiographisch gefärbte Erzählung über die Reise an den Rand der Gesellschaft und des eigenen Ich wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Und Bertoluccis Verfilmung die Geschichte zum Kino-Klassiker. Zur Lektüre, ganz klar, eine Tasse Grüntee, wie in Nordafrika mit Minze und Zucker in kleinen Gläsern serviert.

     „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi & Russian Caravan Tea

    „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich“, dieser Romananfang hat Millionen Leser seit Erscheinen des Buches im Jahr 1877 in den Bann gezogen und erst nach über 1000 Seiten wieder losgelassen. Zu der erzählten Welt mit ihren Liebesdramen und Sinnsuchen zwischen Moskau, St. Petersburg und dem russischen Land passt natürlich wunderbar ein russischer Karawanentee mit Rauch- und Malzaroma. Sein ungewöhnlicher Name stammt von den Kamelkarawanen, mit denen dieser Tee früher von Indien und China via Russland nach Europa gebracht wurde.

      „Zum Zeitvertreib. Vom Lesen und Malen“ von Winston Churchill & Lapsang Souchong.

    Der mit Fichtenholz-Rauch aromatisierte schwarze China-Tee soll der Lieblingstee des britischen Premierministers Winston Churchill gewesen sein. Der charismatische britische Politiker, Universalgelehrte und Literaturnobelpreisträger liebte es zu lesen und zu malen. Hier schreibt er über seine mit Lust ausgelebten künstlerischen Hobbies. In politisch unruhigen Zeiten auf der Insel und dem Kontinent eine Oase der Ruhe.

     „How to become Parisian“ von Caroline de Maigret & Edel-Kräutertee

    Viele elegante Pariserinnen schwören nicht nur auf den pechschwarzen Espresso am Ende eines Essens, sondern - gut für Seele und Körper - auf edle Kräutertees mit Eisenkraut, Lindenblüte oder Minze, die berühmte „Tisane“. Gut für Teint und Gesundheit, so wie in Eichenfässern gelagerte Rotweine, die zur „French Paradox“-Ernährung gehören. Und wie die Pariserinnen stilvoll und lässig leben, davon erzählt die französische Mode-Ikone Caroline de Maigret mit drei Co-Autorinnen in diesem Kultbuch. Die wichtigste Nachricht: seid bloß nicht perfekt!

     „Die Kunst des Bücherliebens“ von Umberto Eco & Darjeeling. Der Anfang des Jahres verstorbene Bestseller-Autor und Semiotik-Professor war ein bekennender Bücherverrückter, der selber 50.000 Bände besaß und in dessen Werken wie „Der Name der Rose“ Bücher eine entscheidende Rolle spielten. Wenn man in den Bann seiner Erzählungen gerät, wacht man gerne die Nacht durch, mit einem feinen, nicht zu starken Darjeeling, der einen vielleicht doch um drei Uhr morgens wieder einschlafen lässt.

     „Ein Tag auf dieser Erde“ von Reiner Kunze & Weißer Tee

    Die kleinen, geballt-intensiven Gedichte des zeitgenössischen Autors Reiner Kunze sind poetische Meditation, Versenkung in scheinbar einfache Bilder, bezaubernd in ihrer Melodie. Landschaft, Tiere, Pflanzen erscheinen wie Wolkenbilder am Horizont, in denen man sich verlieren möchte. Was trinkt man am besten zu diesen kleinen, feinen Sätzen? Vielleicht einen edlen weißen Tee, zart, mit vielen Nuancen. Wie eine flüssige Wolke im Mund.

     Und was lesen Sie in diesen Tagen im Bett?

     

     In diesem Sinne: lassen Sie sich von Ihrem Bett, Büchern und Tee verführen! Es lebe der Winter!

     

     

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  5. IMM Cologne Messeneuheiten 2017

    Origins Complete Fold von Sebastian Herkner

    Nach seinem Bett CALM hat Sebastian Herkner nun auch ein Bett für unsere ORIGINS COMPLETE Kollektion designt. Mit seinen zwei verstellbaren Kissen lädt unser Bett FOLD zu gemütlichen Stunden, mit einem Buch und einem Tee, ein.

    Das neue Design-Bett von SCHRAMM. Mit einem raffinierten Kopfteil, das dem Schläfer die Möglichkeit bietet, endlich ohne zusätzliche Kissen bequem im Bett zu sitzen, etwa zum fernsehen oder um noch letzte Mails zu checken. Wer dann noch vor dem Einschlafen sein Handy auf Flugmodus einstellt, genießt eine ungestörte, entspannte Nachtruhe auf einer perfekt auf den Körper abgestimmten Matratze. Umso schöner, dass sich das verstellbare Kopfteil ganz einfach per Hand stufenlos bewegen lässt. FOLD – ein wunderbar bequemes Bett aus der ORIGINS COMPLETE Serie.

    Origins Complete Fold von Sebastian Herkner



    Sebastian-Herkner_Schramm

    Sebastian Herkner

    1981: geboren in Bad Mergentheim
    2001 bis 2007:Studium an der Hochschule für Gestaltung Offenbach
    am Main, Industrial Design
    2003 bis 2004: Praktikum bei Stella McCartney Ltd. London während
    des Studiums
    2006: Gründung eines eigenen Studios in Offenbach am Main
    Ausgezeichnet mit zahlreichen nationalen und internationalen Design Awards

    “Wenn man das erste Mal die Fertigung bei SCHRAMM besucht, ist man sofort begeistert von der Handarbeit und Sorgfalt, welche den Produkten entgegengebracht wird. Vom Glühen der Sprungfedern bis hin zum Bettgestell wird alles unter einem Dach gefertigt. Eine solch authentische und erfahrbare Fertigungslinie kann man sich als Gestalter nur wünschen.”

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